Eugen Baron von Vaerst (Theaterleiter, Lebenskünstler, Spekulant & Globalisierungsgewinner, der erste Gastrosoph seiner Zeit) berichtet in seinem Pyrenäenbuch von der chinesischen Konkurrenz der Lyoner Seidenweber vor nahezu 200 Jahren (13. November 1844):

Wüßte man sonst nichts, das alles könnte genau so auch in der heutigen Zeitung stehen. Ist Frankreich seitdem untergegangen, von den Chinesen usurpiert? Kleiden sich die Franzosen seitdem in fernöstliche Tücher? Glaubt man dem Front National, gibt es Frankreich ja gar nicht mehr, nur noch als Brüsseler Verwaltungsbezirk bekannt, ist es ein Opfer all der von Vaerst angeführten europäischen Spekulanten. Dabei vergißt Le Pen: Frankreich wurde immer groß durch Fremde: durch den Korsen Nabulione Buonaparte, der erste Globalisierer Europas, später kam Zain ad-Dīn al-Yazīd Zīdān und bald kommt Michel Houellebecq als Moslem und erzieht ganz Frankreich in orientalischer Gelassenheit. Davon will der Front National nichts wissen; er will Frankreich klein, provinziell, Abendland unter anderen Abendländern.
Da Fraktur nicht jedermans Sache ist, hier der Kerntext in Antiqua: „China erzeugt nicht nur eine ungeheuere Menge von Seide, sondern fabriziert auch sehr viel Seidenwaaren; überdem ist dort der Arbeitslohn so gering, daß europäische Spekulanten schon eine große Menge von Seidenwaaren in Kanton anfertigen lassen, nach Amerika senden und nun auch beabsichtigen, Ostindien direkt von China aus damit zu versehen. Die allgemeine Verbreitung chinesischer Seidenstoffe steht nur die sprichwörtlich gewordenen chinesische Geschmacklosigkeit entgegen, während die französischen Dessins so mannigfaltig als geschmackvoll sind. Die Chinesen sind aber die geschicktesten Affen der Welt, und Alles, was der raffinierte Geschmack europäischer Industrie hervorbringt, was überhaupt Menschenhände vorgebracht haben, verstehen sie auf das Allertäuschendste nachzuahmen. So auch die französischen Dessins in den verschiedendsten Seidenzeugen, so daß die Franzosen Nichts voraus haben, als die neueste Mode, was freilich bei Luxusartikeln sehr viel ist.“